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Sven Halse

Zyklischer Vitalismus: Die Dialektik von Tod und Leben in der deutschen Lyrik 1890-1905.

Research output: Contribution to book/anthology/report/proceedingBook chapterResearchpeer-review

Der ”Vitalismus” hat sich in den letzten Jahren in Teilen der skandinavischen Forschung als kulturanalytischer Begriff durchgesetzt. Er wurde in erster Linie für die Identifikation und Charakteristik der stärke-, gesundheits- und schönheitspreisenden Kunstströmung zwischen 1890 und1930 verwendet, einer Tradition, die in hohem Maße als Gegenbewegung zur krankheits- und todesbesessenen décadence der Jahrhundertwende verstanden wird.
Schon die theoretischen Väter des ‚vitalistischen‘ Epochenverständnisses aber, Gunter Martens und Wolfdietrich Rasch, warnten vor dem einseitigen Fokussieren auf die ‚kraftstrotzende Vitalität und überschäumende Lebenslust‘ des Vitalismus. Dies wäre am wahren Wesen der Strömung vorbeizuzielen, heißt es bei W. Rasch. Im Vitalismus gehe es vielmehr um das Leben als Totalität, und damit auch um den unzerbrechlichen Zusammenhang von Leben und Tod.
In diesem Beitrag wird der Terminus „zyklischer Vitalismus“ als Bezeichnung für die Lebens- und-Todes-Dialektik der vitalistischen Menschen- und Naturauffassung eingeführt. Fünf Gedichte werden auf diese Thematik hin analysiert, wobei sich verschiedene Spielarten der vitalistischen Dialektik von Leben und Tod entfalten.
Original languageGerman
Title of host publicationNatur und Moderne um 1900 : Räume – Repräsentationen – Medien
EditorsAdam Poulsen, Anna Sandberg
Number of pages17
Place of publicationBielefeld
PublisherTranscript Verlag
Publication year2013
Pages203-219
ISBN (print)978-3-8376-2262-1
Publication statusPublished - 2013
SeriesEdition Kulturwissenschaft
Volume2013

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ID: 52439547